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Das Evangelium wird in Wort und Tat weitergesagt. Gottesdienst und tätige Nächstenliebe gehören zusammen. Aber gehen die hoch spezialisierten Einrichtungen der Diakonie unserer Tage noch Hand in Hand mit den Kirchen-gemeinden? Wie verstehen Gemeinden die „diakonischen Aufgaben vor Ort“, für die wir in unseren Gottesdiensten sammeln? Und wie nehmen wir als Christinnen und Christen offen Stellung zu den ethischen Fragen, die in unserer Gesellschaft neu diskutiert werden, etwa um das Lebensende?
Die Christophoruskirche, gleich neben der Diakonie Christophorus, bietet ihren Raum als Forum an. Fünf Impulse von Menschen aus jeder Gemeinde unserer Region regen zu Austausch und Gespräch an. Ein Imbiss steht bereit.
Ein Abschnitt aus dem Buch Kohelet ist heute unser Predigttext. Luther nennt das Buch „Prediger“. Eigentlich bedeutet Kohelet „Versammlung“. Wer oder was wird versammelt? Nicht Leute, sondern Gedanken. Gesammelte Weisheiten eines Menschen, der sein Leben mit Gott lebt. Offenbar eines älteren Menschen. Eine Freundin fällt mir ein. Ute. Für jede Lebenssituation hatte sie einen Rat ihrer Mutter im Kopf. Diese Ratschläge haben mir auch oft geholfen. Nicht bloß, weil sie treffend waren. Sondern auch, weil sie von dieser Freundin kamen, die ich gern hatte, und die sie von ihrer Mutter hatte, die sie liebte. „Häng dein Herz nicht an irdische Dinge“, ist einer der Ratschläge von Utes Mutter. Er passt zu unserem Text aus der Gedankensammlung Kohelet (12,1-8 in Auswahl).
Denk an Gott in deiner Jugend, bevor die Tage kommen, die so beschwerlich sind! Denn wenn du alt geworden bist, kommen die Jahre, die dir gar nicht gefallen werden. Wenn der Mensch alt geworden ist, zittern die Wächter des Hauses. Die Müllerinnen stellen die Arbeit ein, weil nur noch wenige übrig geblieben sind. Die Frauen, die durch die Fenster schauen, erkennen nur noch dunkle Schatten. Die beiden Türen, die zur Straße führen, werden auch schon geschlossen. Wenn der Weg ansteigt, fürchtet man sich. Jedes Hindernis unterwegs bereitet Schrecken. Wenn schließlich der Mandelbaum blüht, die Heuschrecke sich hinschleppt und die Frucht der Kaper aufplatzt: Dann geht der Mensch in sein ewiges Haus, und auf der Straße stimmt man die Totenklage an.
Denk an deinen Gott, der dich geschaffen hat, bevor die silberne Schnur zerreißt und die goldene Schale zerbricht – bevor der Krug am Brunnen zerschellt und das Schöpfrad in den Schacht stürzt. Dann kehrt der Staub zur Erde zurück, aus dem der Mensch gemacht ist. Und der Lebensatem kehrt zu Gott zurück, der ihn gegeben hat. Windhauch um Windhauch, sagte Kohelet, alles vergeht und verweht.
Denk an Gott! Das könnte meine Großmutter so gesagt haben. Sie sagte auch: Lauf schnell in den Keller, ein Glas Marmelade holen. Du hast junge Beine. Als sie das sagte, war sie viel jünger als ich heute, das gibt mir zu denken. Denk an Gott, wenn du noch leichtfüßig bist und dein Kopf und dein Herz noch lernfähig. Denk an Gott im Frühling deines Lebens. Sammle Vorräte, leg eine Kammer an mit Nahrung für deine Seele, denn einmal wird es Herbst.
Wie hören die Jungen unter uns die Sätze aus Kohelet? Unsere frisch gebackene Vikarin steht am Anfang ihres beruflichen Weges. Die Türen unserer Gemeinde stehen weit offen. Wie glücklich sind wir, dass junge Menschen hier sind mit ihren Erfahrungen in der Familie und im Glauben, mit ihren Fragen an die Kirche und die Gesellschaft, mit ihren Ideen und ihren Ansprüchen! Denk an Gott in deiner Jugend! Vielleicht denkt ihr: Jaha. Mach ich doch. Sonst wär ich nicht hier. Aber er gibt mir Rätsel auf, dieser Gott. Ich bin jung und gesund. Aber ich sehe andere, die krank sind. Verletzt und zerbrochen. Ich sehe Leute, die vor der Zeit alt werden und sterben. Mein Gott, warum?
Der Gedanken-Sammler führt uns das Altwerden vor Augen. Er weiß genau wie es ist und findet treffende Bilder dafür. Schonungslos, aber nicht ohne Augenzwinkern beschreibt er das Vergehen, das mitten im Leben beginnt. Wie ein Haus sieht er den Menschen. Eins, das in die Jahre gekommen ist.
Die Wächter des Hauses sind die Hände. Sie zittern. Beim Kaffee-Eingießen. Beim Umblättern der Seiten eines Buches. Wenn sie sich ausstrecken, um eine andere Hand zu streicheln.
Die Müllerinnen sind die Zähne. Sie mahlen das Korn, zerkleinern jeden Bissen, damit er verdaulich ist. Sie stellen die Arbeit ein im Alter. Überhaupt sind nur noch ein paar Zähne übrig bei Kohelet. Das Bild lässt mich schmunzeln. Aber ich weiß: Gute Zähne sind ein Privileg. Wo Menschen in Armut und Hunger leben, kommt das Alter früher. Utes Mutter sagte: Jedes Kind kostet einen Zahn.
Die Frauen, die durch trübe Fenster schauen, sind die Augen. Sie sehen nur noch Schatten. Das Licht des Frühlings nur noch Erinnerung. Die Schrift der Etiketten im Supermarkt wird immer kleiner. Gut, wenn jemand da ist zum Vorlesen.
Die beiden Türen zur Straße sind die Ohren. Sie sind schon geschlossen. Zu verwirrend all die Stimmen, wenn viele zusammenkommen. Zu weit weg von den eigenen Gedanken die Worte der Jungen. Zu dröhnend die Orgel in der Kirche.
Der Mandelbaum blüht im Frühling, die Heuschrecke zirpt im Sommer, die Kapernfrucht platzt im Herbst auf. Die Jahreszeiten des Lebens sind durch. Der Umzug steht bevor. Aus der vergänglichen Wohnung auf Erden zieht der Mensch in sein ewiges Haus bei Gott.
Was sollen wir Älteren mit diesen Bildern? Wir spüren doch ohnehin das Vergehen von Jugend und Schönheit am eigenen Leib. Was sollen wir als junge Leute mit diesen Bildern? Sie können einen das Fürchten lehren. Der Lebensfaden, die silberne Schnur zerreißt. Der Krug zerbricht und das Schöpfrad fällt in den Brunnen. An den Gräbern hören wir: Von Erde bist du genommen, zu Erde sollst du wieder werden. Schluss, Ende, aus. Oder, poetischer mit Kohelets Worten: Windhauch um Windhauch, alles verweht und vergeht.
Ein Lied von den Puhdys ist mir eingefallen aus den siebziger Jahren. Die Älteren kennen es vielleicht.
Wenn ein Mensch kurze Zeit lebt, / sagt die Welt dass er zu früh geht. Wenn ein Mensch lange Zeit lebt, / sagt die Welt es ist Zeit . . .dass er geht.
Jegliches hat seine Zeit, / Steine sammeln - Steine zerstreun. Bäume Pflanzen - Bäume abhaun, / leben und sterben und Frieden und Streit.
Weckt sie nicht, bis sie selber sich regt, / ich habe mich in ihren Schatten gelegt.
Die Worte von Kohelet ausgeliehen. Bloß dass das Ich in dem Lied dem Vergehen nicht ins Gesicht schaut, sondern ihm ausweichen will. Die Zeit ist wie die Freundin, die ihm nah ist, solange sie schlafend in seinem Bett liegt. Er will sie nicht wecken, damit sie ihn nicht verlässt. Er legt sich in ihren Schatten, damit sein Leben nicht verweht wird und vergeht.
Netter Versuch. Auch gar nicht unüblich in den 2020er Jahren. Je älter Menschen werden, desto länger wollen sie jung, fit und gesund bleiben. Viele Mittel sollen gegen das Altern helfen. Der australische Biologe David A. Sinclair glaubt, dass wir irgendwann das Altern komplett abschaffen können. Altwerden wäre dann eine Krankheit, die wir behandeln können. Der Tod wäre nicht mehr der Weg eines jeden Menschen1. Dann ginge der Rat von Utes Mutter ins Leere. Häng dein Herz nicht an irdische Dinge. Und die gesammelten Weisheiten von Kohelet wären überholt. Alt würden nur noch die Armen. Oder die Ewiggestrigen.
In mir sträubt sich etwas gegen diese Art, den Menschen zu sehen. Das heißt nicht, dass ich mir das Altwerden schönreden will. Oder einer schlimmen Krankheit einen Sinn zusprechen. Altwerden ist „nichts für Feiglinge“, sagt ein Sprichwort. Es ist ganz sicher nicht immer schön. Wer am Bett eines nahestehenden Menschen gesessen hat in den letzten Wochen, Tagen und Stunden seines Lebens, weiß, es kann unendlich schwer werden. Es gibt nichts zu beschönigen. Die Bibel erzählt von Menschen, die alt werden. Da ist alles drin: Autorität und Schwäche. Weisheit und Starrsinn. Glaubensstärke und Glaubenszweifel. All das macht den alten Menschen aus. Auch in der Bibel ist das physische Alter keine Garantie für Reife und Weisheit. Aber sie idealisiert auch das Jungsein nicht. Auch als Kind oder Jugendliche kannst du mit Krankheit und Schwäche kämpfen. Weise oder starrsinnig sein. An allem zweifeln oder alles von Gott erwarten wie ein Baby von der Mutter.
Wie gut tut es, wenn sich ein Miteinander ergibt zwischen den Generationen. In der Gemeinde, in der Familie oder Nachbarschaft. Junge und Alte werfen ihre Gedanken zusammen. Aus manchem Gespräch mit einem älteren Menschen gehe ich erfüllt und bereichert nach Hause. Manche Begegnung mit einem jungen Menschen erweitert meinen Horizont. Weil er die Dinge ganz anders sieht als ich. Weil sie, wenn das Schicksal es will, noch so viel Leben vor sich hat.
Die Jungen und die Alten sind reich vor Gott. Anders als der Biologe Sinclair glaube ich, dass unser Menschsein nicht ärmer wird, wenn uns die Hände zittern oder die Beine nicht mehr wollen oder der Blick verschwommen wird. Das Altwerden macht uns als Menschen ebenso aus wie das Jungsein. Reich sind wir, wenn wir wissen, was vergänglich ist. Wenn wir unser Herz nicht an irdische Dinge hängen. Sein halbes Buch verwendet der Gedankensammler Kohelet darauf, uns all das Vergängliche vor Augen zu führen. Besitz kann man verlieren. Träume können zerplatzen. Das muss so oft gesagt werden, weil sie trotzdem so verführerisch sind. Auch heute in unserer Welt. Eher zwischen den Zeilen sagt Kohelet, was Bestand hat. Worauf wir uns verlassen können.
Direkt vor unserem Stück aus Kohelets Sammlung lese ich: Wenn ein Mensch viele Jahre lebt, soll er in dieser ganzen Zeit fröhlich sein. Er soll aber auch an die dunklen Tage denken. Denn es werden viele sein. Alles, was kommt, ist Windhauch!
Freu dich, junger Mensch, in deiner Jugend und sei guter Dinge in deinen jungen Jahren! Folge den Wegen, die du gehen willst, und geh dahin, wohin dich deine Augen locken! Aber sei dir auch bewusst, dass du dich für alles vor Gott verantworten musst. Halte dir den Ärger von der Seele fern und die Krankheit vom Leib! Denn Jugend und Morgenröte sind schnell vorbei! (Kohelet 11,8-10).
Was bleibt also? Mit anderen in Beziehung sein. Unabhängig von Alter, Geschlecht, Hautfarbe, körperlicher oder seelischer Verfassung. Dabei den Vater im Himmel im Herzen tragen, der jedes seiner Kinder liebt. Und wenn es uns nicht gelingt, uns den Ärger von der Seele wegzuhalten und die Krankheit vom Leib, lässt er uns doch nicht los. Er hat unsere Namen in das Buch des Lebens geschrieben. Er geht an unserer Seite. Wenn unsere Mühlen gut mahlen und die Fenster des Hauses das Sonnenlicht spiegeln. Und wenn die Türen sich schließen und unser Lebensatem zurückgeht zu ihm.
Bis dahin sind wir miteinander unterwegs. Wir dürfen das Leben feiern. Die Lebensfreude zulassen. In jeder Stunde, in jeder Sekunde, in der wir sie zu fassen kriegen! Amen.
Lieblingsbibeltext von und mit Vikarin Johanna Bierwirth Audio unter diesem Beitrag
Der Herr ist mein Licht und mein Glück.
Vor wem sollte ich mich fürchten?
Der Herr ist der Schutz meines Lebens.
Vor wem sollte ich erschrecken?
Psalm 27,1
Das ist der erste Vers des 27. Psalms. Und es ist auch mein Konfirmationsspruch. Aus ihm strahlt für mich immer noch die unbeschwerte Leichtigkeit, die ich als Jugendliche hatte. Seit meiner Konfirmation gab es aber auch Momente, in denen ich mich dann doch gefürchtet oder erschreckt habe und mich ganz und gar nicht leicht gefühlt habe. Im Rückblick zeigt sich jedoch: Der Herr war besonders in den schweren Momenten mein Licht und mein Glück. Ich habe es nur nicht immer gleich gemerkt. Der Vers erinnert mich daran, ruhig mehr zu vertrauen. Weil ich jetzt meinen Vikariatsdienst antrete, also die Ausbildung zur Pastorin, möchte ich auch den vierten Vers anfügen:
zu Lukas 1,47-49 von Charlotte Scheller Lieder und Predigt zum Nachhören unter diesem Beitrag
Sieben Tage, singt Moritz von Blanckenburg in seinem Lied, dauerte es, bis Gott seine Schöpfung vollendet hatte. Sieben Minuten dauert jetzt meine Ansprache.
Am Anfang, heißt es im ersten Buch der Bibel, war Chaos. Wüst und leer die Erde, auf hebräisch: Tohuwabohu. Es werde Licht, sagte Gott. Mit seinem Wort brachte der Schöpfer Ordnung in die Welt. Einen Rhythmus, den man hören und sehen und riechen und fühlen kann. Licht wird vom Dunkel getrennt. Der Tag von der Nacht. Das Wasser vom Land. Gräser, Bäume, Früchte. Fische im Wasser, Vögel in der Luft, Tiere am Land. Am selben Tag wie die Landtiere erschafft Gott auch die Menschen. Mann und Frau, Ebenbilder des großen Gottes. Sehr gut, nennt Gott, was er geschaffen hat. Aus dem Tohuwabohu ist eine wunderbare Welt geworden durch sein schöpferisches Wort. Am siebten Tag ruht Gott sich aus. Der Schöpfer feiert seine Schöpfung. Der Vater im Himmel kennt jeden Wassertropfen, jede Ameise und jeden Elefanten. Er freut sich über jedes seiner Menschenkinder.
Aber wie Kinder so sind. Kleine und große. Unser Täufling hier fängt schon an, sich selbstständig zu machen. Er will alles erkunden. Ein Wirbelwind, er öffnet Taschen und Schränke. Liebt die Bücherkiste. Betrachtet und hört aufmerksam all die Bilder und Geschichten. Liebt das Schwimmbecken, das Turnen und das Bällebad. Geht die ersten Schritte an der Hand seiner Eltern. Bald wird er alleine laufen und die Welt erkunden. Am liebsten macht er, was die Großen machen. Gut, dass er weiß: Mama und Papa sind in der Nähe. Auch die Patinnen und der Pate. Sie leiten ihn mit ihren Augen. Rufen ihn, halten ihn, tragen ihn. Geben mit ihrem Glauben, ihrer Hoffnung, aber vor allem mit ihrer Liebe seinem Leben eine Richtung und ein Ziel.
So will Gott es für alle seine Kinder. Glaube, Hoffnung, Liebe als Wegweiser. Gottes Reich als Ziel. Oft geraten sie aus dem Blick. Wir gehen unsere eigenen Wege und fragen nicht danach, was Gott mit uns vorhat. Manchmal fragen wir nicht mal mehr nach seiner Liebe. Weil wir enttäuscht sind von einem Menschen. Weil wir durch ein dunkles Tal müssen und uns darin allein fühlen. Am Anfang hat Gott alles geordnet. Trotzdem ist vieles durcheinander geraten. In seiner Schöpfung und manchmal auch in unserem Leben.
Das war auch schon damals so. Als Gott neu angefangen hat mit seinen Menschen. Als er seinen Sohn Jesus schickte. Und vorher Johannes, den Wegbereiter. Den Täufer. Kehrt um, ruft Johannes. Gottes Sohn kommt. Jesus. Ein Mensch wie wir. Bloß anders. Gottes Geist ist in ihm. Er führt euch wieder zu Gott. Er zeigt euch, wie sehr der Vater im Himmel euch liebt. Kommt, lasst euch taufen. Taucht unter im Wasser. Lasst euch von Gott herausziehen aus eurem alten Leben. Geht euren Weg ab jetzt mit dem, der da kommt. Jesus Christus. Gottes Sohn. Unser Retter.
Die Eltern bringen ihr Kind zur Taufe. Das ist das Beste, was wir für einen andern Menschen tun können: Ihn zu Jesus bringen. Unser Täufling kriegt Wasser über den Kopf gegossen und ein Kreuz auf die Stirn gezeichnet. Das bedeutet: Er gehört zu Jesus Christus. Ihn hat Gott vom Tod auferweckt und ins Leben geführt. So will er dieses Kind auch ins Leben führen. Das Dunkle soll keine Macht haben!
Der Taufspruch geht so: Und ob ich schon wanderte im finsteren Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich. Psalm 23,4.
Ein altes Gebet. Viele hier können es auswendig. Der es betet, nennt Gott seinen Hirten. Der passt auf seine Herde auf. Warum fühlen sie sich sicher bei diesem Hirten? Er hat einen Hirtenstab. Nachts auf der Weide kann es ziemlich finster sein. Es gibt wilde Tiere. Die wollen vielleicht ein Schaf aus der Herde reißen. Aber der Hirte hat seinen Stecken. Damit kann er die wilden Tiere vertreiben. Die Schafe haben keine Angst, solange der Hirte bei ihnen ist. Auch am Tag braucht er den Stab. Manchmal verläuft sich ein Schaf. Es steckt in einer Felsspalte und findet nicht mehr heraus. Der Hirte sucht es. Bergauf und bergab. Wenn er das Schaf gefunden hat, tippt er es mit dem Stab ganz leicht an. Hier geht’s lang, sagt der Hirtenstab. Halte dich an deinen Hirten! Und wenn es nicht gar mehr laufen kann, nimmt er es auf den Arm und trägt es.
Manchmal sind wir in Gefahr. Es ist Tohuwabohu in unserem Leben. Oder in der großen Welt. Unser Lebensweg führt durch ein dunkles Tal. Keine Ahnung, ob es wieder Morgen wird. Ob wir den Weg wieder finden und wieder froh werden. Vor solchen Tälern sind wir nicht sicher im Leben. Aber ganz sicher ist: Gott behütet uns. Wie ein guter Hirte. Der Hirte Jesus setzt sogar sein Leben ein, um mit uns durch die tiefen Schluchten zu gehen. Er sucht uns da unten und findet uns und drängt die wilden Tiere der Angst und der Traurigkeit zurück und führt uns aus dem Tal wieder hinaus ins Leben.
So ist Gott für unseren Täufling und für uns alle der gute Hirte. Er beschützt uns, auch wenn wir Angst haben. Er zieht uns heraus, wenn wir fürchten zu versinken. Er hilft uns, den richtigen Weg zu finden. Wir müssen uns vor nichts und niemandem fürchten! Amen.
Quelle: Moritz von Blanckenburg (1); Charlotte Scheller
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