Christophorusgemeinde Göttingen

Ein Versprechen. Mittwochsgedanken von Thomas Plate

Tue, 12 May 2020 16:01:06 +0000 von Charlotte Scheller

Ein Versprechen. Mittwochsgedanken am 12. Mai 2020 von Thomas Plate
Im letzten Jahr habe ich meinen Sechzigsten gefeiert mit meiner Familie und meinen liebsten Freunden und einem wunderschönen Gospel-Gottesdienst in der Stephanusgemeinde. Nun entdecke ich im Spiegel mehr und mehr graue Haare in meinem Bart. Auf meinem Kopf waren
eh‘ schon länger eher weniger davon. Was nun, kommt mit den hellen Haaren auch die Weisheit oder schlägt es eher in die Richtung des Schauspielers Curd Jürgens, der mit leicht knurriger Stimme in einem alten Schlager bekannte: „60 Jahre und kein bisschen weise….“?
 
Ja, das eine oder andere hat man erlebt in sechzig oder mehr Jahren – zusammengefasst nennt man es wohl Lebenserfahrung. Dahinter verbirgt sich viel Schönes und Gutes - aber auch viel Schmerzliches, Verletzendes, Trauriges. Neulich kam mir eine Bibelstelle wieder in den Sinn:
„Ich will Euch tragen, bis ihr grau werdet“ steht da (Jesaja 46,4, vgl. Psalm 71,18). 
 
Das ist für mich ein großes Versprechen von Gott. ER will uns tragen – nicht nur bei uns sein oder für uns da sein. Er will uns tragen, wenn wir grau werden, wenn wir merken, dass wir die kleinen Enkel nicht mehr einholen, wenn sie mit ihren kleinen Beinchen über den Rasen flitzen, wenn das Aufstehen morgens schwerer als sonst fällt, wenn wir eher mal stressbedingt aussetzen müssen.
Wenn also unsere Kraft weniger wird, bietet Gott uns an: Ich trage dich , meine Kraft ist groß genug und das gilt sowohl physisch wie mental  - also in allen meinen Lebensbereichen!
 
Gottes Kraft und Liebe ist grenzenlos, ER ist nie „ausgepowert“ und kann uns ohne Probleme „tragen“. Mit allem, was uns das Leben und vor allem wir selbst uns aufgebürdet haben.
 
Und allen, die sich zu jung für diese wunderbare Zusage aus Gottes Wort wähnen, denen spricht Gott zu: „Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig“,
und das gilt für jede Arbeit oder Abi-Klausur, die ich in der Schule schreibe, jede Fahrprüfung, jede durchwachte Nacht am Bett meines kranken Kindes, jedes „Wieder nicht geschafft“-Gefühl, alles, was mich ängstigt oder schwächt oder hilflos scheinen lässt, ob im Arbeitsleben oder im Privaten.
Gott ist da, jedes Jahr, jeden Tag, jede Stunde, egal ob sechs oder über sechzig.